. Rapsöl (auch Rüböl, Rübsenöl, Kolzaöl, Kohlsaatöl) ist ein pflanzliches Öl und wird aus den Samen bestimmter, ab 1973 in Deutschland
zugelassenen Sorten von Raps (Brassica napus) und Ölrübsen (Brassica rapa) gewonnen. Die Samen dieser Zuchtpflanzen zeichnen sich durch einen im Vergleich zur Wildpflanze sehr niedrigen Gehalt
an Erucasäure (0,5 bis 1,5 %) und Bitterstoffen (Glucosinolate) aus. Hierdurch wurde das Rapsöl für Mensch und Tier überhaupt erst genießbar. Nach der Gewinnung aus den zerkleinerten Samen wird
das Öl meistens raffiniert. Raffiniertes Öl verstärkt den Eigengeschmack der Speisen und hat im Gegensatz zum naturbelassenen Öl einen hohen Rauchpunkt (etwa 130-200 °C).
Die zweite, noch heute anhaltende Blütezeit des Rapses wurde durch die Zuchterfolge um 1973 ermöglicht: Damals gelang die Zucht von Pflanzen mit sehr niedrigem Gehalt an unbekömmlicher Erucasäure,
der sog. Null-Raps. Dieser Vorläufer des heutigen, noch weiter verbesserten Doppelnull-Raps (nur noch ca. 0,1% Säure und geringer Bitterstoffgehalt) ermöglichte die Nutzung von Rapsöl als Lebensmittel, so dass seither die
Nachfrage stetig ansteigt. In Deutschland wird fast ausschließlich Winterraps für die Speiseölerzeugung angebaut. Der Ölgehalt des Rapssamens ist mit über 40 % im Vergleich zu
anderen Ölsamen sehr hoch. Die Ernteerträge liegen in Deutschland je nach Standort zwischen 2000 und 5000 kg/ha.
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